APEX RACEWIRE Redaktion
Ferrari sichert sich Austin-Pole nach extremem WEC-Qualifying-Krimi
Antonio Giovinazzi holte sich die Poleposition für Ferrari auf dem Circuit of The Americas nach einer exakt gleichen Rundenzeit wie Cadillacs Jack Aitken.
Von Michael de Vries - 2026-09-05T22:39:53.000Z - 3 Min. Lesezeit
Das Qualifying der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Austin lieferte am Samstag ein außergewöhnliches Ende, als sich Ferrari nach einem hauchdünnen Gleichstand an der Spitze des Hypercar-Feldes den besten Startplatz sicherte. Antonio Giovinazzi brannte im Ferrari 499P mit der Startnummer 51 kurz vor Ende der zehnminütigen Hyperpole-Session eine Bestzeit von 1:52,445 Minuten in den Asphalt. Diese Runde schien unter dem schwindenden Tageslicht des Circuit of The Americas auszureichen, um die Poleposition zu sichern und einen engen Kampf der Hersteller zu krönen.
Die sportliche Reihenfolge blieb jedoch bis zu den allerletzten Sekunden offen, als Cadillac-Herausforderer Jack Aitken die Ziellinie überquerte. Aitken egalisierte die Tausendstel- und Zehntausendstelsekunde des italienischen Piloten exakt, womit beide Fahrer einen seltenen Gleichstand an der Spitze der Zeitentabelle markierten. Die identischen Rundenzeiten zogen in der Boxengasse sofort große Aufmerksamkeit auf sich, während die Offiziellen die Daten prüften, um die endgültige Startaufstellung für das Sonntagsrennen festzulegen.
Da beide Kontrahenten dieselbe Zeit aufgestellt hatten, gab bei diesem Gleichstand das sportliche Reglement den Ausschlag zugunsten des Herstellers aus Maranello. Gemäß den geltenden Bestimmungen für identische Qualifiying-Leistungen ging die Poleposition an das Fahrzeug, das seine Bestzeit im Verlauf des Shootouts als Erster gefahren hatte. Diese administrative Nuance bescherte Giovinazzi seine zweite Pole der WEC-Saison 2026 und zwang die amerikanisch geprägte Cadillac-Truppe dazu, sich mit dem zweiten Startplatz in der ersten Reihe zu begnügen.
Der bemerkenswerte Zufall unterstrich die extreme sportliche Parität an der Spitze der Langstreckenserie an diesem Wochenende. Sowohl der Ferrari 499P als auch das Cadillac-Fahrzeug zeigten während der kurzen, intensiven Session ein furioses Tempo und holten bei wechselnden Streckentemperaturen das Maximum aus ihren Paketen heraus. Die Fahrer standen unter hohem Druck, sofort saubere Runden abzuliefern, wobei das Verkehrsmanagement in dem knappen Zeitfenster des Hyperpole-Shootouts eine entscheidende Rolle spielte.
Die komplette erste Startreihe verspricht eine intensive Anfangsphase für das morgige Rennen, da beide Hersteller versuchen werden, ihre Einzelton-Schnelligkeit über eine längere Distanz in anhaltende Rennpace umzusetzen. Reifenverschleiß und die strategische Arbeit an der Boxenmauer werden darüber entscheiden, ob der frühe Vorteil nach dem Erlöschen der Startampel gehalten werden kann. Beobachter im Fahrerlager erwarten einen engen Zweikampf in den ersten Stints, während das Hypercar-Feld auf dem anspruchsvollen Kurs in Texas um die Positionen kämpft.
Weitere Details zur endgültigen Startaufstellung hinter dem Spitzenduo werden von der Rennleitung bestätigt, sobald die Teams ihre technischen Überprüfungen nach der Session beendet haben. Das ungewöhnliche Qualifying-Ergebnis hat im Fahrerlager bereits für beträchtliche Aufregung gesorgt und die Ausgangslage für das Hauptrennen am Sonntag neu geschrieben. Alle Augen richten sich nun auf die Startampel, wenn das Feld prüft, ob sich die hauchdünnen Abstände vom Samstag in einen ebenso engen Kampf um den Sieg verwandeln.