APEX RACEWIRE Redaktion
Ferrari gewinnt WEC auf dem COTA nach spätem Hydraulikdefekt bei Toyota
Nicklas Nielsen, Miguel Molina und Antonio Fuoco erbten den Sieg auf dem Circuit of the Americas, als den führenden Toyota kurz vor Schluss ein Hydraulikproblem stoppte.
Von Michael de Vries - 2026-09-07T00:19:46.000Z - 3 Min. Lesezeit
Ferrari hat beim Lone Star Le Mans seinen ersten Sieg in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC der Saison 2026 gefeiert, nachdem den führenden Toyota kurz vor Schluss dramatische Technikprobleme ereilten. Nyck de Vries, Kamui Kobayashi und Mike Conway hatten nach einer Aufholjagd von Startplatz neun wie die sicheren Sieger für Toyotas ersten Triumph auf dem Circuit of the Americas ausgesehen. Doch nur 12 Minuten vor Ablauf der sechsstündigen Renndauer zerstörte ein Hydraulikdefekt am Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 7 alle Hoffnungen auf einen dominanten Erfolg.
Das Drama spülte den Ferrari 499P von AF Corse mit der Startnummer 50 und den Fahrern Nicklas Nielsen, Miguel Molina und Antonio Fuoco an die Spitze. Das italienische Trio überquerte die Ziellinie 4,471 Sekunden vor den Verfolgern und fuhr damit Ferraris ersten Saisonsieg ein. Das Rennen hatte nach zwei zusätzlichen Einführungsrunden wegen eines Regenschauers kurz vor dem Start im Nassen begonnen, wobei der von der Pole position gestartete Schwester-Ferrari von Antonio Giovinazzi sich sauber von Jack Aitkens Cadillac absetzte.
Strategisches Poker setzte das Feld bei wechselhaften Bedingungen in der Anfangsphase schnell unter Druck. Durch kürzere Boxenstopps mit weniger Sprit konnten der spätere Sieger-Ferrari und der Schwester-Toyota nach vorne stürmen. Der Rennrhythmus wurde zudem durch zwei Full-Course-Yellow-Phasen und ein Virtual Safety Car zur Bergung von Trümmerteilen im Mittelteil unterbrochen. Diese Neutralisationen schoben das Feld im Hypercar-Bereich wieder zusammen und warfen die Strategien durcheinander.
De Vries zeigte nach dem Restart zur Rennmitte eine starke Leistung und bahnte sich mit harten Manövern in Kurve 1 den Weg durch den Verkehr an die Spitze. Der niederländische Pilot fuhr im Schlusssturz einen komfortablen Vorsprung heraus, ehe sein Fahrzeug vom rennentscheidenden Hydraulikproblem gestoppt wurde. Das abrupte Aus ermöglichte es Nielsen, am stockenden Toyota vorbeizuziehen und den obersten Podestplatz für Ferrari zu sichern.
Hinter den Siegern fuhr der Cadillac #38 vom Hertz Team JOTA dank einer konstanten Leistung von Jack Aitken, Earl Bamber und Sebastien Bourdais auf den zweiten Platz. Alpine komplettierte das Gesamtpodium als Dritter mit Charles Milesi, Antonio Felix da Costa und Ferdinand Habsburg, was trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe wegen unsicheren Ausfahrens aus der Box ein starkes Ergebnis darstellte. Der Auftritt der französischen Marke wurde durch den siebten Platz von Genesis abgerundet, dem bisher besten Resultat der Marke in der Meisterschaft.
In der LMGT3-Klasse sicherte sich der Aston Martin Vantage GT3 Evo #27 von Heart of Racing mit Ian James, Zach Robichon und Mattia Drudi einen klaren Sieg. Die Aston Martin-Truppe setzte sich in einem turbulenten Feld durch, in dem früh führende Ford Mustangs und bestrafte Mercedes-AMG-Fahrzeuge zurückfielen. Drudi kontrollierte die letzten zwei Stunden und fuhr einen Vorsprung von fünf Sekunden auf den zweitplatzierten Manthey-Porsche heraus, während der zweite Aston Martin das Doppelpodium für den britischen Hersteller komplettierte.