APEX RACEWIRE Redaktion

Robert Shwartzman sichert sich Peugeot-Hypercar-Werkscockpit für WEC 2027

Der frühere Le-Mans-Hypercar-Sieger Robert Shwartzman kehrt 2027 nach der Unterzeichnung eines Vollzeit-Werksvertrags mit Team Peugeot TotalEnergies in die FIA World Endurance Championship zurück.

Von Michael de Vries - 2026-09-08T17:27:00.000Z - 3 Min. Lesezeit

Team Peugeot TotalEnergies hat Robert Shwartzman als Werksfahrer für die FIA World Endurance Championship 2027 verpflichtet und bindet den 26-Jährigen an ein komplettes Hypercar-Saisonprogramm inklusive der 24 Stunden von Le Mans. Die Vereinbarung besiegelt nach einem zweijährigen Engagement in den Vereinigten Staaten die Rückkehr des früheren Hypercar-Rennsiegers ins WEC-Fahrerlager und bringt ihn direkt ins Peugeot-9X8-Aufgebot des französischen Herstellers.

Die Vorbereitung auf die Saison 2027 wartet nicht auf den Jahreswechsel. Shwartzman soll an mehreren privaten Testfahrten mit dem 9X8 teilnehmen, um wichtige Testkilometer zu sammeln und sich lange vor seinem Renndebüt mit dem Hybrid-Prototypen vertraut zu machen. Emmanuel Esnault, Teamchef von Team Peugeot TotalEnergies, bezeichnete die Verpflichtung als kalkulierte Verstärkung und hob den Grundspeed, die rasche Anpassungsfähigkeit sowie die Reife des Fahrers als entscheidende Faktoren für die anhaltenden Spitzenambitionen der französischen Marke hervor.

Aus Sicht des Piloten eröffnet der Vertrag die ersehnte Rückkehr in den Langstreckensport. Shwartzman räumte ein, die Sportwagenrennen während seiner beiden Rennjahre in Nordamerika aufrichtig vermisst zu haben, und betonte, dass frühe Gespräche mit Peugeot unmittelbar ein Gefühl der Wertschätzung vermittelten. Der russisch-israelische Rennfahrer erklärte, die professionelle Arbeitsatmosphäre und die langfristige Ausrichtung des 2027er-Projekts böten eine starke Motivation, am nächsten Kapitel des Herstellers in der Meisterschaft mitzuschreiben.

Sein Schritt zurück über den Atlantik folgt auf ein aufsehenerregendes Kapitel in der IndyCar Series, gekrönt von einer historischen Vorstellung in Indianapolis. Bei der Auflage des Indianapolis 500 im Jahr 2025 holte Shwartzman als erster Rookie in der Geschichte der Veranstaltung die Pole-Position. Seine spätere Verfügbarkeit für eine WEC-Rückkehr ergab sich parallel zu Veränderungen in seinem US-Programm: Motorsport.com berichtete, dass sich Prema Racing – der Rennstall, mit dem er seinen Indy-500-Meilenstein erreichte – anschließend aus der IndyCar-Serie zurückzog.

Der Langstreckensport ist für Shwartzman vertrautes Terrain: Bei seinem ersten Auftritt im Fahrerlager hinterließ er sofort Eindruck. Nach seinem Einstieg in den GT-Sport im Jahr 2023 führte er im selben Herbst die Zeitenliste beim offiziellen Rookie-Test in Bahrain an. Ein Jahr später löste er dieses Versprechen auf höchstem Niveau der Disziplin ein, als er beim Lone Star Le Mans 2024 seinen ersten Hypercar-Triumph feierte und im von AF Corse eingesetzten Kunden-Ferrari 499P auf dem Circuit of the Americas siegte.

Dieser Durchbruch auf der Langstrecke bildete den Höhepunkt eines klassischen Nachwuchswegs im Formelsport, der im Alter von fünf Jahren im Kartsport begann. Shwartzman gewann 2019 die FIA-Formel-3-Meisterschaft, ehe er die FIA-Formel-2-Meisterschaft als Vizemeister abschloss und über zwei Saisons hinweg zwei Siege sowie acht Podestplätze verbuchte. Diese Leistungen brachten ihm Test- und Ersatzfahrerrollen in der Formel 1 ein, bevor sich sein sportlicher Schwerpunkt auf internationale Prototypen- und Langstreckenrennen verlagerte.

Mit Shwartzman holt Peugeot einen bewährten Hypercar-Rennsieger in ein Team, das sich dauerhaft an der Spitze des FIA-WEC-Feldes etablieren will. Obwohl sein Renndebüt im 9X8 noch eine Saison entfernt ist, sind die kommenden Monate privaten Testfahrten, Systemkorrelationen und technischer Feinarbeit hinter verschlossenen Türen gewidmet. So soll das nötige Fundament gelegt werden, ehe die Mannschaft in Le Mans erneut die Weltbühne betritt.

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