APEX RACEWIRE Redaktion

Ford absolviert ersten Streckentest für neues Hypercar in Paul Ricard

Ford Racing hat sein neues Le Mans Hypercar auf dem Circuit Paul Ricard einem dreitägigen Shakedown unterzogen und vor dem WEC-Debüt 2027 über 1.000 Kilometer abgespult.

Von Ruben Smit - 2026-08-27T17:01:00.000Z - 3 Min. Lesezeit

Podium Hypercar 2024 WEC Fuji
Photo: Morio / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Ford hat den ersten großen Schritt auf dem Weg zur Rückkehr an die Spitze des Langstreckensports vollzogen, indem das Unternehmen einen ausgiebigen Streckentest mit seinem neuen Hypercar absolviert hat. Der erste Auftritt auf dem Kurs von Paul Ricard folgte auf monatelange Vorbereitungsarbeiten am Motor, Simulatorfahrten und Teamabläufen. Statt eines bloßen Blind-Shakedowns stellte der dreitägige Test den Höhepunkt einer intensiven Entwicklungsphase dar, die darauf abzielt, die Marke optimal auf die FIA World Endurance Championship und die 24 Stunden von Le Mans vorzubereiten.

Der amerikanische Hersteller legte das Fundament des Projekts durch sorgfältige Tests in kontrollierten Umgebungen. Ingenieure verbrachten unzählige Stunden damit, den 5,4-Liter-V8-Saugmotor auf dem Prüfstand in Dearborn zu verfeinern, bevor er in Frankreich zum ersten Mal gezündet wurde. Ford arbeitete mit dem Fahrgestellkonstrukteur Oreca zusammen, um den maßgeschneiderten Antriebsstrang im Rahmen seiner umfassenderen sportlichen Strategie für den bevorstehenden Einstieg in die Topklasse zu integrieren, bei dem die Marke auf etablierte Hersteller wie Aston Martin, BMW, Cadillac, Ferrari, Genesis, McLaren, Peugeot und Toyota trifft.

Dan Sayers, WEC Hypercar Program Manager bei Ford Racing, merkte an, dass das Erreichen der Rennstrecke und die Absolvierung von drei vollen Testtagen genau den Meilenstein erfüllte, den das Team im Vorfeld festgelegt hatte. Indem sichergestellt wurde, dass Antrieb und Chassis vom Öffnen der Garagentore an sofort reibungslos funktionierten, konnten die Ingenieure wertvolle Daten ab der ersten Runde sammeln, anstatt wertvolle Streckenzeit mit der Fehlersuche bei grundlegenden Zuverlässigkeitsproblemen zu verschwenden.

Alle sechs für das Entwicklungsprogramm unter Vertrag genommenen Fahrer waren auf der französischen Strecke anwesend, um sich die Fahrzeit zu teilen und Feedback zu geben. Das Fahreraufgebot kombiniert das zuvor angekündigte Trio aus Sebastian Priaulx, Mike Rockenfeller und Logan Sargeant mit drei weiteren Piloten, wodurch eine kollaborative Testumgebung geschaffen wurde. Mark Rushbrook, Global Director von Ford Racing, betonte, dass die Anwesenheit der gesamten Fahrermannschaft zur Unterstützung des Projekts den kooperativen Geist unterstreicht, auf dem die Kampagne aufbaut.

Für Logan Sargeant bot das Platznehmen hinter dem Lenkrad für die ersten Kilometer ein unmittelbares Gefühl des Fortschritts – ungeachtet der steilen Lernkurve, die jedem brandneuen Prototypen innewohnt. Der amerikanische Pilot hob hervor, dass die umfangreichen Stunden im Simulator vor dem Test dem Team einen entscheidenden Startvorteil verschafften, der es ihnen erlaubte, sofort durchzustarten, ohne während der ersten Installationsphasen wertvolle Zeit zu verlieren.

Das primäre Ziel des Tests in Paul Ricard war keine absolute Bestzeit, sondern vielmehr die Systemvalidierung und Datenkorrelation. Jeder auf der Strecke aufgezeichnete Kilometer fließt derzeit direkt in die Simulationsmodelle zurück, sodass die Ingenieure kleinere Unstimmigkeiten frühzeitig erkennen und das Paket verfeinern können, bevor es härtere Streckenbedingungen antrifft. Dieser iterative Prozess bildet das Rückgrat von Fords über mehrere Kontinente angelegtem Testkalender, der in den kommenden Monaten auf verschiedenen Kursen stattfinden wird.

Der ultimative Horizont des Programms bleibt die 95. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans, die vom 9. bis 13. Juni 2027 angesetzt ist. Dort strebt Ford genau sechzig Jahre nach seiner berühmten Siegesserie zwischen 1966 und 1969 die Rückkehr in den Kreis der Gesamtsieger an. Mit einem vollgepackten Testprogramm vor dem Auftaktrennen der WEC-Saison 2027 bewahrt das Team einen besonnenen Ansatz und schöpft gleichzeitig Zuversicht aus dem ersten Fundament auf der Strecke.

Zurück zu allen WEC / GT3-News